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Recht auf Leben und Suizid

Aktualisiert (Mittwoch, den 11. Mai 2011 um 09:35 Uhr)

Der Suizid von Gunter Sachs anlässlich einer vermuteten unheilbaren Alzheimer-Erkrankung schlägt in der Öffentlichkeit hohe Wellen. War dies der einzige Ausweg? Ist ein Leben mit einer Alzheimer-Erkrankung lebenswert?

Das Recht auf Leben und auch das Selbstbestimmungsrecht eines Menschen sind die höchsten Freiheitsrechte, die im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verankert sind. Das Selbstbestimmungsrecht beinhaltet das Recht, sein Leben nach eigenen Vorstellungen gestalten zu können, auch wenn diese Vorstellungen mit denen der Gesellschaft nicht übereinstimmen. Das bedeutet, dass der Betroffene nicht nur die Umstände seines eigenen Lebens selbständig gestalten, sondern auch darüber entscheiden kann, ob er sich einer medizinischen Behandlung unterzieht oder diese ablehnt. Ärztliches Handeln findet deshalb im Willen eines Patienten seine Grenzen. Patienten müssen gegen ihren Willen auch keine lebensverlängernden Maßnahmen hinnehmen, können sich auch im vor hinein mittels Patientenverfügung dagegen aussprechen. Fehlt es an der Einwilligung eines Patienten (mit Ausnahme der Notfallbehandlung), kann sich ein behandelnder Arzt der Körperverletzung strafbar machen. Das Grundgesetz schützt den Patienten vor Fremdbestimmung gegen den eigenen geäußerten oder mutmaßlichen Willen. Es schützt aber auch den Lebenswilligen  vor Tötung und begründet die Pflicht zu seiner Versorgung, Hilfe und Behandlung, sofern der Patient dies wünscht.

Jedoch: Es gibt ein Recht auf Leben, aber keinen Zwang zum Leben. Das Recht auf Leben beinhaltet daher auch das Recht, sein eigenes Leben zu beenden, sei es durch Verweigerung Zustandsverlängernder Maßnahmen oder auch durch Suizid. Dies entschied das Bundesverfassungsgericht am 25. Juli 1979 (BverfGE 53, S. 131 ff.). So ist in Deutschland weder der Suizid noch die Beihilfe zum Suizid strafbar.

Trotz dieser klaren juristischen Regelung ist der Suizid eines Menschen, vermeintlich wohlüberlegt und in der Entscheidung klar, ein menschliches Drama, letztendlich auch für die Hinterbliebenen. Die Angst vor einer möglichen unheilbaren Krankheit kann eine solche Entscheidung verständlich machen. Gerade Diagnosen wie z. B. die Alzheimer-Erkrankung und der damit verbundene Verlust der Kontrolle über das eigene Leben können tiefe Ängste auslösen. Doch hier bieten sich Betroffenen oder möglichen Betroffenen vielfältige Hilfsangebote. Als Anlaufstelle für Menschen mit der Angst, möglicherweise an der Alzheimer-Erkrankung zu leiden, dient z. B. das Alzheimer-Telefon, unter der Nummer 01803-17 10 17 (9 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz) oder 030/259 37 95 – 14 (Festnetztarif) der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft. Online finden sich vielfältige Informationen unter www.deutsche-alzheimer.de oder www.wegweiser-demenz.de .