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Ärztliche Behandlungsfehler / Arzthaftungsrecht


Zitat:

"Wenn ein Arzt einem Bürger eine schwere Wunde mit einem Operationsmesser beibringt und den Bürger heilt, oder wenn er die Schläfe eines Bürgers mit dem Operationsmesser öffnet und das Auge des Bürgers erhält, so soll er 10 Schlegel Silber erhalten. Wenn es sich um einen Palastangehörigen handelt, so erhält er 5 Schlegel. Wenn es sich um den Sklaven eines Bürgers handelt, so soll der Eigentümer des Sklaven dem Arzt 2 Schlegel Silber geben. Wenn der Arzt einem Bürger eine schwere Wunde mit dem Operationsmesser beibringt und den Tod des Bürgers verursacht oder wenn er die Schläfe des Bürgers mit dem Operationsmesser öffnet und das Auge des Bürgers zerstört, soll man ihm die Hand abhacken."

(Kodex Hammurapi (um 1760 v. Chr.), eine der ältesten Gesetzessammlungen, die unter anderem auch Arzthonorare und Strafen für Kunstfehler festlegt, wie in den zitierten §§ 215, 217; zitiert nach Heinz Schott: Die Chronik der Medizin, Dortmund 1993, Seite 24, König Hammurapi von Babylonien (1728 / 1686 v. Chr.) erließ diesen Kodex, der auf einer über 2 Meter hohen Stele in babylonischer Keilschrift eingemeißelt ist (heute im Louvre, Paris). Unfähigen Ärzten drohten gemäß den alt orientalischen Rechtsvorstellungen ("Auge um Auge, Zahn um Zahn") schwere Sanktionen, bis hin zum Abhacken der Hände. Es gibt allerdings keine Zeugnisse über den Vollzug solcher Strafen.)

Das Thema ärztliche Behandlungsfehler und Schadenersatz ist also nicht neu. In der heutigen Zeit ist die Sanktion eines Behandlungsfehlers allerdings nicht so drakonisch wie zu Zeiten Hammurapis. Nach den heutigen zivilrechtlichen Vorschriften hat der Arzt bei einem Behandlungsfehler dem betroffenen Patienten Schmerzensgeld und Schadensersatz zu leisten. Für diese Fälle hat der Arzt eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen. Auch strafrechtlich kann der Arzt für den Behandlungsfehler zur Rechenschaft gezogen werden.

Ein Behandlungsfehler wird juristisch definiert als nicht angemessene, zum Beispiel nicht sorgfältige, nicht richtige oder nicht zeitgerechte Behandlung des Patienten durch einen Arzt. Er kann alle Bereiche ärztlicher Tätigkeit (Tun oder Unterlassen) betreffen, sowohl beim Eingreifen in Notfällen und bei dem dazu gehörenden Transport, in der ärztlichen Praxis, bei Hausbesuchen oder im Krankenhaus. Dabei kann der Fehler rein medizinischer Art sein, sich aber auch auf organisatorische Fragen beziehen oder es kann sich um Fehler nachgeordneter oder zuarbeitender Personen handeln. Auch eine fehlende, unrichtige oder gar unverständliche Sicherungsaufklärung des Patienten über das eigene Verhalten in der Therapie, kann einen ärztlichen Behandlungsfehler darstellen.

Sie vermuten, dass Ihr behandelnder Arzt einen Fehler im Rahmen Ihrer Behandlung gemacht hat und suchen anwaltlichen Rat?

Zur Vorbereitung auf das anwaltliche Beratungsgespräch sollten Sie folgende Schritte unternehmen:

  1. Gespräch mit dem behandelnden Arzt, um die Situation vorab zu klären
  2. Ist dies erfolglos, sollten Sie ein Gedächtnisprotokoll fertigen, das den Ablauf der Behandlung, Dauer der Behandlung, Daten der einzelnen Termine, Namen mit behandelnder Ärzte, Pfleger, Schwestern, genaue Anschriften, wider gibt.
  3. Sammeln Sie die Belege, die die mit der vermuteten Fehlbehandlung zusammen hängenden zusätzlichen Kosten wider geben (z. B. Terminbestätigungen, Fahrtkosten, Parkbelege, Eigenanteil an Behandlung/an Medikamenten, evtl. Taxifahrten, Haushaltshilfe etc.).
  4. Die Behandlungsdokumentation oder sonstige Behandlungsberichte, die bereits vorliegen, zum Gespräch mitbringen (falls die Behandlungsdokumentation noch nicht in Kopie herausgegeben wurde, wird diese durch mich angefordert werden).
Zum weiteren Vorgehen:

Zur Aufklärung eines vermuteten Behandlungsfehlers und der Durchsetzung von Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüchen bieten sich verschiedene Wege an. Die Einschaltung der Krankenkasse, die gesetzlich Krankenversicherte bei der Vermutung eines Behandlungsfehlers unterstützt (Begutachtung durch MDK), ist ebenso möglich wie die Einschaltung der Schlichtungsstelle bei den Ärztekammern (Begutachtung durch dort eingesetzte Gutachter). Führen diese Wege nicht weiter oder bieten sich diese Wege aus unterschiedlichen Gründen nicht an, wird der Anspruch gegenüber der Haftpflichtversicherung des Arztes/Krankenhauses zunächst aussergerichtlich geltend gemacht. Kann hier eine Einigung nicht erzielt werden, müssen die Ansprüche gerichtlich geltend gemacht werden.

Bitte beachten Sie, dass die Ansprüche innerhalb der Verjährungsfrist von drei Jahren geltend gemacht werden müssen. Allerdings beginnt diese Verjährungsfrist erst ab der Kenntnis des Behandlungsfehlers und des Schädigers zu laufen.

Wenn Sie in diesem Zusammenhang einer anwaltlichen Beratung oder Vertretung bedürfen, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Nutzen Sie bitte den Menüpunkt "Kontakt" auf der linken Seite oder die unten angegebenen Kontaktinformationen, um mit mir in Verbindung zu treten.


Mit freundlichen Grüßen
Bärbel Schönhof